La Cuisine Mauricienne

Das Besondere an der "Cuisine Mauricienne" ist, dass in ihr,
entsprechend der Besiedlung dieser Insel, sehr unterschiedliche Küchen
dieser Welt zusammengeführt und die kulinarischen Traditionen
verschiedener großer Kulturen in ihr aufgenommen und teilweise auch
"typisch mauritisch" verändert worden sind. Daraus ist aber in den fast
3 Jahrhunderten dauerhafter Besiedlung nicht etwa ein "melting pot" entstanden,
sondern eher ein "tropical mixed salad".
Das gilt für die Küche ebenso wie für die Kulturen überhaupt.

Die erste dauerhafte Besiedlung erfolgte durch die Franzosen 1721,
damit kamen auch viele Afrikaner (vorwiegend aus Mosambik,
Madagaskar und Senegal) als Sklaven ins Land.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunders übernahmen die Briten die
"Ile de France", nannten sie wieder "Mauritius" und befreiten
die Sklaven 1935. Die Zuckerrohrpflanzer holten schon seit 1829 Kontraktarbeiter ins Land, vorwiegend aus Indien. Hindus und Moslems.
Die Einwanderer aus verschiedenen Teilen des indischen Sub-kontinents
machten bald den größten Teil der Bevölkerung aus.
Das ist bis heute so geblieben. Schon im 19. Jahrhundert kamen
Chinesen als Händler und Handwerker nach Mauritius,
die meisten jedoch um die Mitte des 20.Jahrhunderts.
All diese Menschen brachten auch ihre Essgewohnheiten und ihre Küchentraditionen mit.

So haben wir heute:

Die chinesische Küche
(mit den meisten Restaurants auf der Insel, weil eben so viele
Chinesen in diesem Geschäft sind). Die Chinesen von Mauritius
stammen ursprünglich aus Kanton, Sechuan und Guangdong (Hakkas).
Dies spiegelt auch ihre Küche wieder, wenngleich sie sich etwas
dem mauritischen Markt und auch Geschmack angepasst hat.

Die indische Küche
mit Reis und auch Weizenmehlfladen als Grundnahrungsmittel.
Weizenmehlfladen werden auf heißer Platte oder in Öl gebacken
und heißen je nach Art der Herstellung roti, farata, puri oder chapati.
Fleisch (kein Rind!) wird meist als Curry zubereitet.
Curries gibt es in vielen Variationen. Die Basisgewürzmischung
für Curries enthält etwa 24 verschiedene Gewürze. Neben Zwiebeln
und Tomaten können alle Gemüsesorten Verwendung finden.
Chillies dürfen nicht fehlen. Achards sind Gemüsezubereitungen,
welche mit besonderen Gewürzmischungen kurz angebraten werden.

Die muslimische Küche
(ohne Schweinefleisch), bekannt für Briani, Reis mit Gemüsen,
Kartoffeln, Rind- oder Lammfleisch und besonderen
Gewürzmischungen. Ebenso bedeutend ist hier Kalia, ein Stew,
welches mit Reis gegessen wird.

Die kreolische Küche
hat alle diese Elemente aufgenommen, lässt dazu noch Einflüsse
aus Afrika erahnen und ist auch noch von der französichen Küche
der ersten Siedler beeinflusst. Daraus hat sich eine eigenständige
unverwechselbare Koch- und Esskultur entwickelt, die wiederum
Eingang in den Küchen der anderen mauritischen Ethnien gefunden hat.



        -  fast hätte ich es vergessen: Wer sind nun diese Kreolen?

Ganz einfach: In Mauritius sind das alle, die weder Weiße,
noch Inder, noch Moslem, noch Chinese sind.